Bernhard Flegel: Rückblick 2012
Leine Deister Zeitung ·
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„Mit den Leuten reden, anstatt über sie”
Ortsbürgermeister Bernhard Flegel wünscht sich noch mehr Engagement von Seiten der Nordstemmer Bürger
Von Kim Hüsing
Nordstemmen — Seit 1990 ist er erst Nordstemmer, doch Ortsbürgermeister Bernhard Flegel ist mit vielen Leuten bekannt und bringt sich gerne in das Orts- und Vereinsleben mit ein. Nun blickt er auf das Jahr 2012 in seiner Wahlheimat zurück.
„Der Ortsbürgermeister und der Ortsrat sollen nicht den Ort beleben, sondern als Bindeglied dienen”, macht Bernhard Flegel deutlich, wie er seine Aufgabe sieht. Oft wird er auf Spaziergängen, Einkäufen oder Marktbesuchen auf kleinere Probleme von Mitbürgern angesprochen. „Ich übernehme gerne die Rolle des Vermittlers und gebe die Anfrage an den entsprechenden Fachbereich in der Verwaltung weiter”, sagt er. Gleichzeitig ermuntert Bernhard Flegel die Bürger, selbst mehr Engagement zu zeigen und auch auf die Verwaltung zuzugehen. Um die Impulse aus der Bevölkerung noch besser aufnehmen zu können, hat der Ortsrat 2012 erstmals vor jeder Ortsratssitzung eine Bürgerfragestunde durchgeführt, die auch angenommen wurde: „Dies werden wir auch 2013 beibehalten.”
Der Ortsbürgermeister ist dankbar für jeden Hinweis und geht diesen auch gerne nach: „Auf meinem Schreibtisch liegt immer eine Liste, auf der ich Anfragen notiere.” Im Winter zu Fuß, im Sommer mit dem Fahrrad dreht Bernhard Flegel regelmäßige Runden durch Nordstemmen, schaut nach dem Rechten und geht Hinweisen nach: „Mein Motto ist es, mit den Leuten zu reden, anstatt über sie.” Beispielsweise hat ihn ein Anwohner darauf aufmerksam gemacht, dass in der Bruchshöfenstraße zu wenig Parkplätze zur Verfügung stünden. Dem ist der Ortsbürgermeister umgehend nachgegangen und hat mit den Fachbereichsleitern der Gemeinde den Bedarf festgestellt. Nun sind fünf weitere Plätze ausgewiesen, für die die Anwohner dankbar seien.
Auch die neueingeführten Hundekotbeutel werden von den Hundebesitzern gut angenommen und zumeist ordnungsgemäß entsorgt. Einmal im Monat füllt Bernhard Flegel sie mit weiteren 250 roten Plastikbeuteln auf. „In meiner Garage liegen noch zwei Behälter, die wir im kommenden Jahr anbringen werden”, sagt der 61-Jährige. Zudem werden die beiden vom Ortsrat bestellten Bänke im Frühjahr aufgestellt werden. Die Patenschaften für die Beete in den Straßen laufen gut an, und Bernhard Flegel ist zuversichtlich, dass sie im kommenden Frühjahr in neuem Glanz erstrahlen.
„Wir sind einige Schritte auf dem Weg zu einem schönen und interessanten Ort Nordstemmen gemeinsam gegangen”, freut er sich über die Mithilfe zahlreicher Ehrenamtlicher, denen er auf diesem Weg für die geleistete Arbeit danken möchte: „Mein Dank gilt insbesondere den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr, deren Einsatz nicht selbstverständlich werden darf.”
Bernhard Flegel freut sich, dass durch die Belebung des Welfenrings eine neue Mitte entsteht, die die Hauptstraße beleben wird: „Es ist wunderschön, dass nun auch die Bürger der anderen Bahnseite kürzere Wege zum Einkaufen haben werden.” Aus diesem Grund begrüßt er auch die Idee der Diakonie, Wohnungen für Menschen mit Behinderung inmitten Nordstemmens zu bauen (die LDZ berichtete): „Es ist schön, wenn die Menschen so leben können, wie sie sonst auch wohnen würden.” Die Inklusion beginne nun überall, in den Schulen und Kindergärten, und sei für ihn selbstverständlich.
Als größere Baustellen sieht der Ortsbürgermeister das Tengelmann-Gebäude, das Tangermann-Gelände sowie das ehemalige Ewald-Gebäude am Kreisel. „Hier muss sich etwas tun”, bestätigt er den Wunsch vieler Nordstemmer.
Für 2013 hofft Bernhard Flegel, dass die Bahn dem Wunsch des Projektteams nachkommt und das alte Bahnhofsgebäude abtritt. „Die Initiatoren, Arbeiter und Investoren haben bereits viel Fleiß und Ideen hineingesteckt. Es wäre enttäuschend, wenn es jetzt noch an der Bahn scheitern würde”, erklärt der Nordstemmer. Das Gebäude sei kultur-historisch bedeutsam und solle den nachfolgenden Generationen erhalten bleiben.
Bernhard Flegel wünscht sich, dass sich, wie in anderen Orten auch, handwerklich Begabte, beispielsweise Rentner, zusammenfinden würden, um kleinere Reparaturarbeiten in Nordstemmen kostengünstig vornehmen zu lassen. „Als erstes fallen mir die Stühle im Feuerwehrgerätehaus ein, die geleimt werden müssen”, nennt er nur eine Kleinigkeit, die ihm in den Sinn kommt.
Die Vision des Ortsbürgermeisters für Nordstemmen ist, das, was den Ort ausmacht, zu erhalten und zu pflegen. So wünscht er sich, dass die 28 Vereine weiterhin lebendig bleiben, das Ortsbild mitgestalten, aber auch von den Bewohnern unterstützt werden, in dem sie die Feste und Veranstaltungen der Vereine besuchen. „Nordstemmen hat vieles zu bieten und ist mit den Schulen, Kindergärten, unserem Freibad und der guten Infrastruktur ein attraktiver Ort zum Leben”, erläutert er. So müsse Nordstemmen neue Bürger gewinnen, genügend Bauland und leerstehende Häuser seien vorhanden.
Bernhard Flegel wünscht allen Bürgern Gesundheit, Glück und Zufriedenheit für das neue Jahr, in das er zusammen mit Freunden und der Familie im „Deutschen Haus” hineinfeiern wird.